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Habibian

Orientteppichmanufaktur in Nain

Die Orientteppich-Manufaktur Habibian machte sich von Anfang an sehr um die Provenienz (Ursprung, Herkunft) Nain verdient. Auf Grund ihrer hochwertigen Qualität und der gefälligen Dessins (Musterung, Zeichnung) erreichte sie bald ein herausragendes Renommee.

Echte Habibian-Nains sind relativ selten und recht gut zu erkennen, denn ihr Duktus (Stil, Stilrichtung) ist «kurviger» als die Linienführung der anderen Knüpfungen. Der Gründer der gleichnamigen Manufaktur ist vor einigen Jahren in hohem Alter verstorben.

Nain

Zentralpersische Teppichprovenienz

Nain zählt zu den bekanntesten Teppichprovenienzen (Ursprung, Herkunft) des Iran. Sie hat ihren Namen von der gleichnamigen Stadt nordwestlich von Isfahan. Nain hat eine alte Web-Tradition. Hier wurden vor der Khadjaren-Dynastie (1794 - 1925) die hochwertigsten Überwürfe für Edelleute hergestellt, „Aba“ genannt. Unter dem Einfluss der westlichen Kultur, wurde „Aba“ als Kleidung vom Anzug verdrängt, und immer weniger gehandelt. Die Weber verlagerten ihr Geschäft und begannen Teppiche zu knüpften. Heutige Teppiche aus Nain verdanken Ihre unverwechselbaren Muster und Farbkombinationen dem Meister Hadj Fatollah Habibian Naiini. Er arbeitete mit weniger als zehn Farben und legte somit den Grundstein für den noch heute beliebten Teppich. Die Grundfarben sind bis heute meist Weiss bzw. Beige und Blau, wobei auch immer öfter Nain-Teppiche in den Farben Rot, Grün und Gelb gibt. Durch ihre schlichte Eleganz passen die Nain auch in moderne reduzierte Einrichtungen.

 

Man unterscheidet den Nain in 4 Qualitätsstufen, die in „Lah“ angegeben werden. Sie beschreibt Anzahl der Fäden aus dem die Kette gezwirnt ist. Je mehr Fäden, desto dicker die Kette und damit die Knüpfknoten und desto geringer die Knüpfdichte:

 

Nain 12Lah: Auch als Kaschmar-Nain bekannt, ist mit ca. 150.000 – 250.000 Knoten / qm der gröbste Nain. Er wird meist nach den Traditionen der Knüpfer aus Nain, im Khorasan Gebiet geknüpft, ist dann genau genommen also gar kein Nain-Teppich

 

Nain 9Lah: Der im persischen No-lah Nain genannte Teppich ist mit ca. 350.000 – 550.000 Knoten / qm dem 12Lah Nain qualitativ weit überlegen. Er ist ein beliebter Einrichtungs-Teppich mit gutem Preis- Leistungsverhältnis.

 

Nain 6La: Dem feinen 6Lah- oder Schisch-Lah Nain ist der Ruhm der Provenienz zu verdanken. Er gilt im gesamten Orient als besonders hochwertiger persischer Teppich. Die Knüpfdichte liegt bei ca. 850.000 – 1.200.000 Knoten / qm

 

Nain 4Lah: Der Nain 4Lah ist mit ca. 1.200.000 – 2.000.000 Knoten /qm der vielleicht feinste iranische Wollteppich.

Isfahan

Der edle Klassiker unter den
persischen Teppichen

Die Stadt Isfahan gehört zu den Perlen der islamischen Welt. Ihre künstlerische Tradition, das historische Stadtbild und die wohl einzigartige Architektur verdankt Isfahan der Safawiden-Dynastie und insbesondere Schah Abbas.

 

Das Dessin des Isfahan variiert stark. Typisch sind florale Motive. Weit verbreitet sind vierer- oder längssymmetrische Designs mit einem Medaillon in der Mitte, umgeben von Arabesken, Blüten oder Vögeln. Variationen des zentralen Medaillons wiederholen sich meist in den Ecken des Innenfeldes.

 

Die Grundfarbe ist meist klassisch Rot, typisch sind auch ein leuchtendes Blau und ein helles Beige. Mit meist mehr als 15 Farbtönen ist der Isfahan ausgesprochen farbenfroh.

 

Der Isfahan wird als Stadtteppich vorwiegend von den Frauen in Heimarbeit und nach strengen Designvorgaben geknüpft. Nicht selten dauert es ein Jahr und länger bis selbst eine Brücke fertig ist.

 

Noch heute tragen viele Isfahan Teppiche am unteren Rand einen meist dezent eingeknüpften arabischen Schriftzug. Darauf zu lesen sind der Herstellername, die Herkunftsbezeichnung Isfahan und oftmals auch die Landeskennung, entweder als Wort „Iran“ oder in den Landesfarben der Flagge (grün, weiß, rot).

Sarough

Westiranische Teppichprovenienz

Sarough gehört zu den wichtigsten Teppich-Provenienzen des Iran. Es werden Persermuster aller Gattungen, z. T. auch nach Angaben der Besteller, geknüpft. Mit Vorliebe werden auch die benachbarten Feraghan sowie die eigenen Sultanabad-Dessins und das Mir-i-Boteh realisiert. Die Knüpfungen sind sehr fein und der Flor relativ hoch.

Täbris, Tabriz

Nordwestiranische Teppichprovenienz

Täbris liegt 1367 m ü. M. in einer großen Senke, welche im Süden vom erloschenen Vulkan Sahend und im Osten vom Qucheh Dâgh dominiert wird. Im Westen flacht das Gelände zum Resayeh See ab. Der Name wird zurückgeführt auf Tav-riz, was „Urgrund der Flüsse“ bedeutet und sich auf die zahlreichen Quellen am Sahend bezieht.

 

Täbris gehört zu den wichtigsten Knüpfregionen des Iran und blickt auf eine alte Tradition zurück. Auf dem Basar werden Teppiche der ganzen Provinz gehandelt.

 

In Täbris werden Teppiche der verschiedenen Kategorien hergestellt, bis zu Feinst-Knüpfungen, die zu den besten gehören, die im Iran geknüpft werden. Die Dessins sind sehr vielfältig: z. B. mit klassischen Medaillons oder Allover, mit Garten- oder Jagd-Motiven oder Gebetsteppiche.

Ziegler

persisch-englische Teppichmanufaktur des 19. Jahrhunderts

Im 19. Jahrhundert gründete ein Schweizer namens Ziegler, ein später naturalisierter Brite, in Manchester eine Weberei, die ihre Tuche erfolgreich auch in den Orient exportierte.

 

Mit der in Persien steigenden Nachfrage ergab sich aber das Problem, das dortige Zahlungsmittel, den persischen Rial, in konvertierbare Währung umzutauschen und nach Großbritannien zu transferieren. Bei kleineren Geldmengen behalf die Firma Ziegler & Co., Täbris, sich mit dem Umtausch in russische Goldimperials, die dann unter Bedeckung nach Baku und von dort über St. Petersburg nach London geschafft wurden. Ein viel zu komplizierter Weg und bei den unsicheren Überlandstrecken voller Gefahren. So verfiel man auf die Idee aus den Rialerlösen der Tuchverkäufe im Gegengeschäft einheimische Produkte aufzukaufen und diese dann gegen Pfund-Sterling zu exportieren.

 

Heutzutage nennen wir diese, vorwiegend mit Weichwährungsländern praktizierte Handelsform, Counter-Trade, der als moderne, effiziente Aussenhandelsform gilt. Unter diesen Einkäufen in Persien waren insbesondere Teppiche, die Ziegler nach Europa und in die umliegenden Länder, insbesondere in das damals unter britischer Herrschaft stehende Indien exportierte. Durch den intensiven Aufkauf drohte die Quelle persischer Teppiche allmählich zu versiegen.

 

Doch ein deutscher Ziegler-Mitarbeiter namens Oskar Strauss, der als äusserst unternehmungslustig geschildert wird, hatte eine Idee: als Ausweg aus diesem Dilemma schlug er vor, Ziegler solle unter eigener Regie Teppiche in Persien produzieren. Unter Einführung arbeitsteiliger Produktion organisierte Strauss in den siebziger Jahren des 19. Jhdt. im Sarough und Arak (seinerzeit Sultanabad) anfangs vornehmlich die Produktion von Billigqualitäten. Die Florgarne für diese recht grob geknüpften Teppiche wurden mehr und mehr mit den inzwischen in Deutschland erfundenen Anilinfarben gefärbt. Der Absatz dieser neu produzierten Teppiche war äusserst erfolgreich. Allerdings verblassten die damaligen Anilinfarben recht schnell, ein Makel, der den synthetischen Farbstoffen ungerechtfertigterweise bis heute anhaftet. Ein ruhiges, fahles Kolorit war die Folge. Dieses blasse Farbspiel ist so sehr gefragt, dass findige Importeure auf die Idee kamen, diesen Teppichtypus in Nord-Pakistan, Afghanistan, Indien, Ägypten und der Türkei in eben diesen matten Farben nachknüpfen zu lassen, allerdings in weitaus besseren Qualitäten als die antiken Vorläufer: Der heutige Ziegler-Teppich - ursprünglich nur eine verblasste Billigqualität - war geboren.

 

In der Türkei geknüpft, wird er dort als Uschak vermarktet, hat aber nicht das Geringste mit der Antikprovenienz (Ursprung, Herkunft) gemein. Zur Ehrenrettung der Firma Ziegler & Co. sei allerdings auch erwähnt, dass man mit steigender Nachfrage zunehmend bessere Qualitäten knüpfte. Diese Produktion wurde über die Schwarzmeerhäfen Batum (Georgien) und Trapezunt (Türkei) via Istanbul nach Europa und in die USA verschifft. Nach Indien gingen die Teppiche über Bandar Abbas am Persischen Golf und wurden in Bombay gelöscht.

Risbaff, Ritzbaff

Neuprovenienz, entstanden aus dem Gabbeh

Die volle Provenienzbezeichnung (Ursprung, Herkunft) lautet auf Persisch: Gabbeh-Risbaff. Der Zusatz Risbaff bedeutet “feingeknüpft“, was darauf hinweist, dass dieser Teppich eine verfeinerte Weiterentwicklung des gröberen Gabbeh ist. Die Knüpfdichten des Risbaff reichen bis gut über 200.000 Knoten/qm. Risbaff-Knüpfungen werden auch als Loribaff und Kabulibaff angeboten, also nach Stammesbezeichnungen der herstellenden Knüpfer in Süd-Persien.

Loribaff oder Luribaff

neuere Orientteppichprovenienz aus Persien

Der Luribaff ist eine feinere, von den Luren Südwest-Persiens geknüpfte Variante des Gabbeh. Teppiche gleichen Designs, Knüpfung, Farben und Materials kommen auch als Kaschghulibaff oder Risbaff in den Handel. Letzteres bedeutet “Feinknüpfung“ und ist damit ebenfalls ein deutlicher Hinweis auf den zuvor geknüpften, erheblich gröberen Gabbeh. Die Zusatzsilbe “baff“ bedeutet soviel wie „...geknüpft“, frei übersetzt also Luren-Knüpfung.

 

Der Provenienzname Luri- oder Loribaff ist neueren Datums und bezeichnet Orientteppiche, die weitgehend der Tradition der Ghaschghai-Knüpfungen folgen, jedoch im Gesamtbild und in der Machart viele Neuerungen und Weiterentwicklungen zeigen. Der Name geht zurück auf das in Süd-Persien lebende Volk der Luren, die sich übrigens als direkte Nachfahren der antiken Meder sehen. In Fachkreisen gelten die Luribaffs gewissermassen als veredelte und weiterentwickelte Nachfolger der Gabbehs.

 

Beide Knüpfteppichtypen werden zur Hauptsache von den Stämmen der Luren, Kurden und Ghaschghais dieser Grossregion geknüpft. Soweit sie von den Gaschghais stammen, werden sie nach dem Gliedstamm der Kaschghuli Kaschghulibaff genannt. Diese neue Provenienzbezeichnung ist jedoch mehr als Gattungsname zu verstehen, denn dieser Teppichtyp wird mittlerweile auch von anderen, in der Provinz Fars ansässigen Ethnien geknüpft. Daher auch die, allerdings selten auftauchende, Bezeichnung Farsbaff.

 

Kett- und Schussgarne bestehen traditionell aus Schafwolle. Selten kommen auch Grundgewebe aus Baumwolle vor. Geknüpft wird mit dem Türkischen Knoten, auch Gördes-, Turkbaff oder Symmetrischer Knoten genannt. So wie in diesem Landstrich allgemein verbreitet am horizontalen Knüpfstuhl. Die Knüpfdichten liegen zwischen 120.000 und 160.000 Knoten/qm. Neuerdings kommen jedoch auch Feinere bis gut 200.000 Knoten/qm in den Handel. Farben und Dessins (Musterung, Zeichnung) verweisen eindeutig auf die Vorläufer, die Knüpfungen der Ghaschghais und Luris. Im Gegensatz zu den herkömmlichen Gaschghai-Teppichen, die zum Teil auch floral gemustert sind, zeigen die Luribaffs jedoch grundsätzlich einen geometrischen Duktus (Stil, Stilrichtung). Die Schur ist relativ hoch, der Griff fest bis brettig. Dessins (Musterung, Zeichnung) und Farben passen sich den Trends auf den Importmärkten an. Für iranische Haushalte haben diese Neuknüpfungen keine Bedeutung, sind also reine Exportknüpfungen nach den Wünschen der Verbraucher auf den Importmärkten.

Ardebil

Iranische Knüpfteppichprovenienz

Ardebil ist der Herkunftsort und auch die Grablege der für Persien und die Teppichknüpfkunst so bedeutenden Safawiden-Dynastie (1501 bis 1722). Dieser heute eher unbedeutende Provinzort wurde berühmt durch den Ardebilteppich (Holy Carpet, 16. Jhdt.) aus der Moschee von Ardebil, der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Auftrag der Ziegler-Company von dem Deutschen Oscar Strauss gekauft wurde.

 

Die traditionell gemusterten Ardebilknüpfungen sind geometrisch geprägt und stark kaukasisch beeinflusst. Sie sind jedoch sehr gut von ihren Paten zu unterscheiden; durch ihre Knüpfung, ihr Farbspiel beziehungsweise ihre eigenständigen Farbzusammenstellungen sowie auch durch ihre andersartige Florwolle, die nicht so glänzt und trockener ist als die Wolle der Kaukasier. Zudem haben die meisten Ardebils ein Baumwollgrundgewebe. Floral angelehnte Dessins (Musterung, Zeichnung) kommen nur in Ausnahmefällen vor und erscheinen dann merkbar geometrisiert.

Bachtiar, Bachtiari

Orientteppichprovenienz und
Volksgemeinschaft im Iran

Die Bachtiaren sind ein altes, weit verzweigtes Volk, das im Südwesten des Iran lebt. Die Sammelbezeichnung ihrer Teppiche lautet Bachtiar oder Bachtiari, wobei das i unserer Präposition „von“ entspricht.

 

Es gibt zahlreiche Unter-Provenienzen (Ursprung, Herkunft) mit unterschiedlichen Dessins (Musterung, Zeichnung). Zu den bekanntesten zählen Babaheidar, Beni, Bibibaff, Boldadji (fast ausschliesslich als Felderteppich), Dehkord, Henneghoun, Paradombeh, Saman, Schalamsar, Schale-Schotor, Scharekord und Tschahar-Mahal. Trotz ihrer umfangreichen Palette ähneln sich die Bachtiar-Teppiche in ihren Farbkompositionen, in den verschiedenen, handwerklichen Verarbeitungen und im Duktus (Stil, Stilrichtung), der immer floral ist.

Bidjar

Nordwest iranische Teppichprovenienz

Traditionell werden Bidjar-Teppiche nach ihrer Herkunft aus der Stadt Bidjar und der 50 km entfernten Stadt Tekab unterschieden. Bidjar-Teppiche aus Bidjar werden von den Kurden geknüpft, aus Tekab von den Afsharen. Beide Produktionsgebiete befinden sich in der Provinz Kermanshah.

 

Die beiden Bidjar Gruppen unterscheiden sich in erster Linie durch die Stärke des verwendeten Schussfadens. Beim kurdischen Bidjar wird ein besonders dickes Schussgarn, extrem hart angeschlagen. Der Afshar-Bidjar hat den dünneren Schuss und ist damit etwas geschmeidiger und wertvoller. Damit sich die Längskanten nicht nach unten einrollen, werden stabile Ausgleichsstreifen aufgenäht. Bidjars werden nur von Männern geknüpft.

 

Vom Muster unterscheiden sich die beiden Bidjar-Gattungen kaum. Sehr beliebt ist das Herati-Muster, mit und ohne Medaillon. Dieses kann relativ klein sein oder dann oft auch aus einem mächtig ausladenden Hexagon bestehen. Die Grundfarbe ist dabei meist ein warmes rostrot.

 

Typisch für den Bidjar ist die Gestaltung der Ecke in den Bordüren. Anders als in den meisten anderen Provenienzen gibt es keine spezielle Ecklösung. Die Muster der Bordüren werden einfach abgeschnitten und wirken dadurch häufig gestückelt. Das ist kein Knüpffehler und kommt auch bei hochwertigen Bidjar vor.

 

Heute werden die Bidjar-Teppiche meist nach ihren Haupthandelsplätzen Bukan, Tekab und Sandjan eingeteilt.

 

In Indien werden schon seit vielen Jahren gute Nachknüpfungen gefertigt. Die Farben sind meist zurückhaltender und die handwerklich-technische Ausführung entspricht nicht genau dem persischen Original.

Gabbeh

Südpersischer Nomadenteppich

Gabbehs sind Nomadenteppiche aus der südpersischen Provinz Fars. Die meisten dieser Teppiche werden von den Ghashgai-Nomaden geknüpft.

 

Die Dessins (Stil, Zeichnung) sind geometrisch. Rhomben, Rauten, seltener auch Rechtecke, grosse Haken und einfach gezeichnete Tiere sowie stilisierte Blumen beleben das Feld. Mustervorlagen gibt es nicht. Geknüpft werden alle Muster aus dem Kopf. So fliessen immer wieder neue Ideen und Musterdetails mit ein. Der Flor besteht aus grober dicker Wolle.

 

Feinere Knüpfungen werden von den Luren geknüpft und kommen als Loribaff (übersetzt: „Lurenknüpfung“) und Risbaff (übersetzt: „Feinknüpfung“) in den Handel. Echte persische Gabbehs und deren Feinknüpfungen sind Ausdruck für ein Lebensgefühl.

 

Weit verbreitet sind auch Knüpfungen aus Indien, die die klassischen Gabbeh-Motive gekonnt wiedergeben.

Ghom

Teppichprovenienz in Zentraliran

Ghom ist eine relativ neue Teppichprovenienz. Da man nicht auf eine Tradition aufbauen konnte, wurden und werden die Muster aus anderen Knüpfgebieten übernommen. Mit der Zeit hat sich daraus ein eigener Stil entwickelt. Geknüpft wird mit Wolle und Seide in den Grössen bis 2 x 3 m, selten größer. Der Fond ist meist hellgrundig mit fein gezeichneten Medaillon-Mustern oder durchlaufenden Boteh- und Vasenmustern.

Jagdteppich

Teppich mit Jagdmotiven

Jagdszenen sind ein beliebtes Motiv in heutigen Knüpfungen der Provenienzen (Ursprung, Herkunft) Ghoum, Isfahan, Täbriz und Keschan, aber auch in Kaschmir- und Pakistanteppichen.

 

Die Jagdmotive folgen fest verankerten Richtlinien: Zwischen den berittenen Jägern kann man immer mit Sicherheit den Shah ausmachen. Der Herrscher besitzt das alleinige, bereits seit sumerischen Zeiten gehütete Privileg, den Löwen zu erlegen. Der König der Tiere lebte seinerzeit noch im weiten vorderasiatischen Raum und war für „Niedere“ unantastbar. Die anderen Jagdgenossen erlegen Leoparden, Gazellen und anderes, schnellfüssiges Wild. Bisweilen führt der eine oder andere auch einen Greifvogel auf der Faust.

Kabulibaff

Feingeknüpfte Afghanteppiche

Wegen seiner Knotendichten mit bis zu 700.000 Knoten/qm wird der afghanische Kabulibaff der Spitzenkategorie zugerechnet. Er wird in Kabul und dem weiteren Einzugsgebiet der Landeshauptstadt geknüpft. Während des Krieges war seine Produktion nach Nord-Pakistan ausgelagert. Der Kabulibaff kommt deshalb auch als Teppich der Provenienz (Ursprung, Herkunft) Peschawar in den Handel.

 

Kett-, Schuss- und Florgarne bestehen komplett aus Wolle oder reiner Seide oder einer Kombination aus beidem. Der rein geometrische Duktus (Stil, Stilrichtung) folgt auffallend dem Stil der turkmenischen Bucharas und lehnt sich überwiegend an den Dessinstil (Musterung, Zeichnung) der Hatschlous an. Die Farbgebung ist durchweg dunkel und zurückhaltend, meist in Braunrottönen. Da der Kabulibaff ein reiner Exportteppich ist, werden jedoch auch alle von den Auftraggebern gewünschten Muster und Farben realisiert.

Ladenöffnungszeiten von Dienstag – Freitag: 9.00–18.30 Uhr; Samstag: 9.00–16.00 Uhr

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